„Diese Form des Doppelportraits in Sprache und Bild ermöglicht eine große Nähe zu den Portraitierten. Aus den vielen unterschiedlichen Facetten ergibt sich in der Ausstellung dann ein Bild – als in sich vielfach gebrochenes Produkt einer intensiven Auseinandersetzung. Und wer mit einem Foto nichts anfangen kann, findet vielleicht einen Ansatzpunkt bei der Lektüre des dazugehörenden Textes.

Hermine Oberück in einem Interview zur Migrationsausstellung, 2014

Seit 2006

Vom Wegmüssen und Ankommen – Die Migrationsausstellung

Ich integriere mich von frühmorgens bis spätabends. vom Wegmüssen und Ankommen – Eine Ausstellung in 70 Portraits

„Ich möchte mich ja integrieren. Ich mache das von frühmorgens bis spätabends. Wenn ich aufstehe, das erste, was ich mache, das ganze Programm. Dann mache ich mich fit, ich mache alles Mögliche, und immer die Sprache, die Sprache…

– Maria M., eine der Portraitierten der Migrationsausstellung, 2006

Aktuelles zur Migrationsausstellung

Alle Informationen zu Ausstellungsterminen finden Sie hier: www.migrationsausstellung.de.

Booklet zur Ausstellung
Hermine Oberück und Gertraud Strohm Katzer in „Ich integriere mich von frühmorgens bis spätabends,Vom Wegmüssen und Ankommen“
– Bielefeld, 2006ff., Vorwort

(Booklet zu beziehen über: info@migrationsausstellung.de)

Eine Buchveröffentlichung ist in Vorbereitung.
Geschichte der Ausstellung

Hermine Oberück und Gertraud Strohm-Katzer arbeiten seit 2006 an einer seitdem beständig wachsenden Foto-Interview-Portrait-Wanderausstellung, die mittlerweile mehr als 70 Portraits umfasst.

„Die in unserer Ausstellung seit 2006 portraitierten Menschen verbindet über die Generationen hinweg vor allem eins: sie alle sind ,zugewandert‘. Krieg, politische Verfolgung und bedrückende Lebensumstände waren fast immer die Ursachen, weshalb sie ihre Heimat verlassen und an anderem Ort einen neuen Anfang machen mussten. … Manchmal haben die Zuwanderer so unangefochten ihren Platz in der hiesigen Gesellschaft gefunden, dass ihre ,andere‘ Geschichte im Alltag kaum noch eine Rolle spielt. An ihnen zeigt sich, wie die Realität die vorwiegend als ,Problem‘ gehandelte Frage des Migrationshintergrundes schon längst überholt hat. Gleichzeitig gibt es viele Menschen, die z.T. schon seit Jahren hier leben, denen eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben nur sehr eingeschränkt möglich ist. … Die Formen und Wege, der mit dem Begriff ,Integration‘ nur unzureichenden Realisierung neuer Lebensentwürfe entfaltet sich in einem komplexen Geflecht unterschiedlicher Faktoren. … Einige dieser Faktoren möchten wir in ihrem individuell, aber auch lokal unterschiedlichen Zusammenwirken in unseren Foto-Interview-Portraits sichtbar werden lassen. … Wir setzen darauf, dass im Vielklang und der Vielschichtigkeit der vielen Portraits möglichst viele Facetten dessen sichtbar werden, wie Abschied, Ankunft und Einleben in neuen Lebensumfeldern erlebt werden und sich gestalten lassen können.“

Seit 2006 ist die Ausstellung an vielen verschiedenen Orten in Deutschland gezeigt worden. Weitere Informationen finden Sie unter www.migrationsausstellung.de.