„Ich bin immer eine politische Fotografin gewesen,
die etwas beitragen, bewegen und verändern wollte.“

Hermine Oberück in einem Interview, 2011

Vita

„Ich bin immer eine politische Fotografin gewesen,
die etwas beitragen, bewegen und verändern wollte.“
– Hermine Oberück

Hermine Oberück, Fotografin, geboren 1951 in Duisburg, Diplom-Sozialwissenschaftlerin und Diplom-Fotodesignerin, lebt und arbeitet seit 1981 in Bielefeld.

„Ich wollte immer eine wirkliche Nähe zu Menschen haben – eine Nähe,
die über die flüchtigen Alltagskontakte,
die man sonst hat, hinausgeht.“

Studium an der Fachhochschule für Gestaltung in Bielefeld
bei den Professoren Jörg Boström und Jürgen Heinemann.

„Die Journalistin ist die,
die Geschichten erzählt mit ihrer Fotografie.
Die Fotografin ist die,
die sich von der ausschließlich abbildenden Fotografie entfernt.“

Langjährige Tätigkeit im Auftrag von überregionalen Wochenzeitschriften
wie DER SPIEGEL und DIE ZEIT.

Freie Mitarbeit als Fotografin u.a. bei:

  • Bertelsmann Stiftung
  • Evangelischer Pressedienst
  • Die Mitbestimmung
  • Bielefelder Stadtblatt
  • Welthaus Bielefeld

 „Für mich war es ganz wunderbar,
dass ich über meinen Beruf die Möglichkeit habe,
meine persönliche Neugier zu befriedigen
und mit meiner Kamera einfach auf Menschen zuzugehen.“
Zahlreiche Foto-Reisen
u.a. nach Israel, Nicaragua, Kuba und in die USA,
Fotoreportagen über die DDR, Rumänien, Albanien und verschiedene Staaten der ehemaligen UDSSR.
 „Ich wollte und will Themen in den Mittelpunkt stellen,
die nicht registriert werden und teilweise auch tabuisiert wurden und werden …
Ich habe immer wieder gesellschaftliche Gruppen aufgesucht,
die nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen und
habe sie in ihren konkreten Lebenssituationen fotografiert.“

Veröffentlichung von:

  • betriebsjournalistischen Reportagen über die Arbeitsbedingungen von Menschen in unterschiedlichen Berufsfeldern
  • Portraits von Menschen mit körperlichen und geistigen Handicaps
  • Reportagen über Transplantations- und Epilepsiechirurgie
  • Langzeitbeobachtungen von alten oder dementiell erkranten Menschen und deren professionellen und familieren Pflegern und Pflegerinnen
  • Portraits von an Krebs erkrankten Menschen und von Brustkrebs betroffenen Frauen
  • Dokumentation von regionalen und überregionalen Formen des politischen Widerstands u.a. gegen Atomenergie und Rechtsradikalismus, Aufbau eines eigenen Archivs.

„Ich bin im Laufe der Jahre eine Portraitfotografin geworden, d.h.,
für mich war meine persönliche Entwicklung als Fotografin
bestimmt durch das Thema Portrait:
Man muss die Charakteristik einer Person auf den Punkt bringen
und das Typische herausarbeiten.
Heute konzentriere ich mich auf die Gesichter der Menschen,
ihre Blicke, ihre Ausstrahlung.“

In den letzten 10 Jahren konzentriert sich Hermine Oberück mehr und mehr auf freie Fotoprojekte und wird mit ihren fotografischen Langzeitstudien überregional bekannt:

  • In ihrem Ausstellungs- und Buchprojekt Weltverlassen begleitet sie eine dementiell erkrankte alte Frau über Jahre hin fotografisch auf ihren letzten Wegen.
  • In der Langzeitstudie Knotenpunkt – Leben mit Brustkrebs portraitiert sie an Brustkrebs erkrankte Frauen und verfolgt die Entwicklungsgeschichten der Überlebenden mit der Kamera.
  • Nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl reist Hermine Oberück in regelmäßigen Abständen in die vom Fallout besonders betroffenen Gebiete in Belarus und der Ukraine und dokumentiert in einer zum 25. Tschernobyl-Jahrestag als Buch veröffentlichten Langzeitstudie das Leben nach Tschernobyl, in der sie zahlreiche von den (Spät-)Folgen des GAUs auf unterschiedliche Art und Weise betroffene Menschen portraitiert.
  • Seit 2006 arbeitet Hermine Oberück mit ihrer Kooperationspartnerin Gertraude Strohm-Katzer an einer beständig wachsenden Wanderausstellung zum Thema Ich integriere mich von morgens bis abends, die mittlerweile 70 FotoText-Portraits von Menschen mit Migrationshintergrund aus verschiedenen deutschen Städten und Regionen umfasst und dessen gesamter Bestand von April bis September 2014 anlässlich der 800 Jahre-Bielefeld-Feierlichkeiten im Historischen Museum der Stadt Bielefeld gezeigt wird: www.migrationsausstellung.de
  • Seit 2011 portraitiert Hermine Oberück Frauen, die als „pflegende Angehörige“, „Kurz- oder Langzeit-Haushaltshilfen“, „unterstützende Nachbarinnen“, „Pflegedienstmitarbeiterinnen“ oder „Altenpflegerinnen“ tätig sind. Einige dieser Portraits sind im Rahmen des Ausstellungsprojektes „Frauen in der Altenpflege kommen zu Wort und der dazugehörenden Broschüre an verschiedenen Standorten in Ostwestfalen-Lippe bereits gezeigt worden: www.kreis-paderborn.de

„Jedes meiner abgeschlossenen Projekte zeigt die Essenz
einer langjährigen Auseinandersetzung
und einen wichtigen Teil und einen wichtigen Aspekt meines Fotografinnenlebens
wie unter einem Brennglas.
Je älter ich werde, desto deutlicher treten die thematischen roten Fäden,
die meine Arbeit durchziehen,
hervor.“

Alle Zitate aus Interviews mit Hermine Oberück.

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