Hier sehen Sie weitere Fotografien, die auf Hermine Oberücks Fotoreisen nach Belarus und in die Ukraine verweisen: Das Buch zur Ausstellung.
Herzliche Einladung zur Beschäftigung mit dem Thema „Leben nach Tschernobyl“.
In diesem Interview berichtet Hermine Oberücks ausführlich von Ihren Fotoreisen, Erlebnissen und Erfahrungen:
Zum Interview – Teil 1
Zum Interview – Teil 2
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„Mein Hauptmotiv dafür, mich 25 Jahre lang fotografisch mit der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl zu beschäftigen und immer wieder in die vom Fallout besonders betroffenen Gebiete zu reisen, war Neugier: Ich wollte mit eigenen Augen sehen und dann natürlich auch mit der Kamera festhalten, worin genau ,die Folgen von Tschernobyl‘ bestanden. Ich wollte mir selbst ein Bild machen und dieses Bild dann eben auch mit anderen Menschen teilen. Dass bis heute auf der politischen Ebene so getan wird, als gäbe es gar keine Spätfolgen von Tschernobyl, als sei der GAU gar nicht so dramatisch gewesen … Das hat mich empört und das empört mich bis heute.“
Hermine Oberück, 2011
Ausstellung 40 Jahre „Leben nach Tschernobyl“ – Fotografie 1991 bis 2010
30.04.2026 bis 30.05.2026 im Kulturzentrum „Pavillon“
Eröffnung am 30.04.2026, 17 Uhr „Walking Conversation“ mit Hermine Oberück
„Diese Ausstellung und die dazugehörige Publikation ist mein politisches Vermächtnis: Tschernobyl ist überall, und eine solche Katastrophe darf sich nicht wiederholen! Dafür stehen wir alle, alte wie junge Menschen, gemeinsam in der Verantwortung.“
Hermine Oberück, 2026
Am 26.04.1986 ereignete sich im Atomkraftwerk Tschernobyl in der heutigen Ukraine die erste (und neben der Kernschmelze von Fukushima 2011) bislang größte atomare Katastrophe. An den verheerenden Folgen der Explosion und nuklearen Verstrahlung leiden Menschen und Natur im unmittelbaren Umfeld und in den vom Fallout betroffenen Gebieten in der Ukraine und in Belarus bis heute.
Hermine Oberück, Jg. 1951, ist Zeitzeugin und eine der wenigen deutschen Fotograf*innen, die sich kontinuierlich mit den Folgen des GAU in Tschernobyl und der Kontamination in der Ukraine und Belarus und den dort lebenden Menschen auseinandergesetzt hat:
Zwischen 1991 und 2010 ist Oberück sechsmal nach Belarus und in die Ukraine gereist, um die Folgen der nuklearen Katastrophe vor Ort zu erkunden und zu dokumentieren. Dass sie dort Zugang zu eigentlich gesperrten Bereichen, zu Kliniken, Versorgungseinrichtungen und zu illegalen Rückkehrer*innen erhielt, wurde möglich, weil sie als erklärte Atomkraftgegnerin schon seit dem GAU bestens mit zahlreichen Hilfsorganisationen und Unterstützungsprojekten in Deutschland und vor Ort war und deshalb Einblicke erhielt, die anderen verwehrt blieben.
Die während dieser Reisen entstandenen Fotografien portraitieren nicht nur Menschen, die auf unterschiedliche Art und Weise an den Folgen der Verstrahlung leiden. Sie zeigen auch Landschaften und Orte im Einzugsbereich des explodierten Reaktors.
Zur Ausstellung ist ein Buch erschienen, das in der Ausstellung oder direkt bei Hermine Oberück zum Sonderpreis von 10 Euro erworben werden kann: Hermine Oberück, Leben nach Tschernobyl, Fotografie 1986 – 2010, KunstSinnVerlag, Bielefeld, 2. Auflage 2011
Das Buch zur Ausstellung
Hermine Oberück, Leben nach Tschernobyl, Fotografien 1986-2010, Bielefeld, KunstSinnVerlag 2. Auflage.
ISBN-10: 3939264024 / ISBN-13: 978-3939264026
Aus dem Klappentext:
„Hermine Oberück lädt uns mit ihren Tschernobyl-Fotografien in gespenstisch-schöne Landschaften mit kleinen Fehlern ein, nimmt uns mit in genetische Beratungsstellen, Abtreibungskliniken und Geburtsstationen in vom Fallout besonders betroffenen Gebieten in Belarus und der Ukraine.
Sie stellt uns medizinisch nur unzureichend versorgte schwerstgeschädigte Kinder, an Schilddrüsenkrebs erkrankte junge Menschen und heimatlos gewordene Alte vor, die illegal in ihre unbewohnbar gewordenen Heimatdörfer zurückkehren. Mit großem Respekt und erschütternder Treffsicherheit portraitiert Hermine Oberück in ihrer Tschernobyl-Langzeitstudie Menschen, die für immer verloren haben, was für uns alle am meisten zählt: Sicherheit, Heimat und Vertrauen.“





